Bubble Tea weiterhin in der Kritik

Ich hatte ja in einem anderen Beitrag erwähnt, dass es bezüglich des Modegetränk Bubble Tea eine Anfrage im Bundestag gibt, da man ein erhebliches Gesundheitsrisiko gerade bei jungen Konsumenten  sieht.

Ein eher zufällig gemachter Test scheint die Befürchtung einiger Politiker zu bestätigen, denn man hat nun Substanzen in den Boba (Perlen) gefunden, die dort nicht hineingehören.

Ein Forschungsteam der Technischen Universität in Aachen wollte eigentlich nur ein neues Analysegerät testen und nahm als Testobjekte verschiedene Bubble Tea Sorten einer Verkaufskette aus Mönchengladbach.

Es stellte sich im Zuge der Analyse heraus, dass einige Perlen unter anderem geringe Spuren von Polybromierten Substanzen, Styrol und Acetophenon enthielten.

Wie hoch die gefundenen Mengen sind, wird zur Zeit noch geschwiegen. Doch die gefundenen Substanzen werden als hochgradig Krebsfördernd eingestuft und haben in Lebensmitteln nichts zu suchen.

Polybromierte Stoffe werden unter anderem auch in Flamschutzumantelungen von Elektrokabeln verwendet und können aber auch Rückstände durch Verbrennung von Erdöl, oder Erdöl enthaltenden Substanzen, wie Plastik sein.

 

Styrol ist eine süßlich riechende Flüssigkeit und wird zur Herstellung von Plastik verwendet. Sie ist leicht entzündlich und Gesundheitsgefährdend.

 

Acetophenon ist eine aromatische organisch-chemische Verbindung und wird unter anderem als Hypnotikum in Schlaf- und Narkosemitteln eingesetzt.

Allerdings darf man jetzt nicht alle Bubble Teas verteufeln, da diese Stoffe bisher nur in den Tees „einer“ Ladenkette vorgefunden wurden.

Die Ladenkette importierte die betroffenen Zutaten über einen Großhändler in Taiwan, doch es ist allerdings nicht auszuschließen, dass eventuell doch andere Ladenketten betroffen sein könnten, wenn diese ihre Zutaten beim selben Händler bezogen haben.

Wie erwähnt kommt es auch nicht darauf an, ob die gefährlichen Stoffe in den Zutaten enthalten sind, sondern die Höhe der Menge ist ausschlaggebend.

In der Presse ist zu lesen;

„Wir nehmen das sehr ernst“, sagt der Sprecher des NRW-Ministeriums für Verbraucherschutz Stephan Malessa. Die Forscher der vier entsprechenden Labore im Bundesland fangen jetzt an, weitere Proben für eigene Untersuchungen zu nehmen. Das kann noch einige Tage dauern.

 

Der CDU-Landtagsabgeordnete für den Rheinisch-Bergischen Kreis, Rainer Deppe, sagte: „Anbieter von Bubble Teas dürften bei der Lebensmittelüberwachung nicht durchs Raster fallen.“ Auch wer sich mit einem Bubble-Tea-Laden selbstständig mache, müsse den strengen Anforderungen der Lebensmittelkontrolle unterliegen.

Gegüber der Rheinischen Post äußerte sich nun auch die Staatsanwaltschaft im Fall Bubble Tea;

Im Fall der mit Giftstoffen belasteten Bubble-Tea-Kugeln hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Ermittlungen aufgenommen. „Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelschutzgesetz vorliegt“, sagte Oberstaatsanwalt Lothar Gathen.

Allerdings wehrt sich die Branche indess und lässt die Produkte nun von unabhängigen Laboren untersuchen. Man ist der durchaus gerechtfertigten Auffassung, dass eine komplette Branche durch die Auffälligkeit einer Ladenkette in Verruf gebracht wird.

So äußerte sich gegenüber der Zeit-Online;

Der Vorfall macht der ganzen Branche Ärger“, sagt Linying Shi von Possmei. Die Filiale in Mönchengladbach, in der die Schadstoffe zufällig auffielen, gehöre allerdings der Konkurrenz und sei keine BoboQ-Filiale. Trotzdem beauftragte Possmei ein privates Labor damit, die eigene Ware untersuchen zu lassen.

Dem Prüfbericht zufolge enthielten die genommenen Stichproben weder Acetophenon noch Styrol. Auf die bromierten Substanzen hingegen wurde die Stichprobe nicht untersucht. Das begründet das Unternehmen damit, dass die RWTH noch nicht bekannt gegeben habe, welche Substanzen genau gefunden wurden. Weitere Proben seien zum TÜV geschickt worden. „Dass Herr Dotts Institut nur einen Laden getestet hat, ist nicht in Ordnung“, sagt Shi. Die Ware in den BoboQ-Filialen sei einwandfrei.

 

Also die Sache dürfte somit noch lange nicht vom Tisch sein, da das Projekt Bubble Tea in Deutschland ein Millionen Umsatzpotential beinhaltet, was man sich nicht nehmen lassen will, solange junge Konsumenten noch darauf „abfahren“.

Aber Fakt bleibt weiterhin, dass Bubble Teas aufgund des hohen Zuckergehalts keine Schlankmacher sind, auch wenn einige Verkäufer immer noch meinen sie wären ja ach so gesund.

Erstellt am: 30. August 2012